Lichtenrade ist der südlichste Ortsteil unseres Bezirks. Neben einigen Großsiedlungen finden sich hier vor allem viel Grün, Einfamilienhäuser und zum Teil noch dörflich anmutende Strukturen. Die Lichtenrader haben eine ausgeprägte Bindung an ihren Ortsteil, leben teilweise seit mehreren Generationen in ihrem Kiez und sind zu Recht stolz auf ihr vielfältiges bürgerschaftliches Engagement. Starke Vereine und lebendige Kirchengemeinden sind hier noch selbstverständlich. Lichtenrade hat eine hohe Wohn- und Lebensqualität, die wir unbedingt erhalten wollen.

Wahlprogramm Lichtenrade 2016-2021

Für Lichtenrade haben wir daher folgende Ziele:

  • Die Dresdner Bahn gehört in den Tunnel. Wir wollen nicht, dass der Ortsteil in zwei Hälften gespalten und die Lebensqualität Lichtenrades massiv beeinträchtigt wird! Deshalb kämpfen wir seit vielen Jahren gemeinsam mit der Bürgerinitiative „Dresdner Bahn“ auf allen Ebenen für eine politische Lösung im Sinne der Menschen von Lichtenrade. Leider
    fehlte in der Vergangenheit oftmals eine wirkliche Unterstützung durch den Berliner Senat und insbesondere durch den Regierenden Bürgermeister. Daher hat jetzt das Eisenbahnbundesamt die ebenerdige Streckenführung genehmigt. Davon sind wir enttäuscht, aber nicht entmutigt: Entschlossen werden wir die Klagen der Lichtenrader und das Engagement der Bürgerinitiative gegen den Planfeststellungsbeschluss unterstützen.

  • Die Flugrouten des neuen Flughafens BER in Schönefeld sind so zu gestalten, dass sie Lichtenrade und die südlichen Bezirke Berlins nicht mit erheblichem Fluglärm belasten. Hier haben wir in der Vergangenheit viel erreicht und dafür gesorgt, dass die im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens getätigten Aussagen auch eingehalten werden. Jetzt muss
    sichergestellt werden, dass dies in der Fluglärmkommission nicht ausgehebelt wird und insbesondere die Nachtflüge Lichtenrade nicht belasten. Das muss Chefsache sein. Deshalb soll der Bezirk zukünftig immer durch die Bezirksbürgermeisterin in der Fluglärmkommission vertreten werden.

  • Die Attraktivität der Bahnhofstraße wollen wir erhalten und stärken. Sie ist weit mehr als nur regionale Einkaufsstraße für den täglichen Bedarf der Lichtenraderinnen und Lichtenrader, sie ist zugleich ein Ort der Begegnung und der Kommunikation. Wir begrüßen daher, dass nun rund 20 Millionen Euro zur Aufwertung dieses Bereichs im Rahmen des Städtebauförderprogramms „Aktive Zentren“ zur Verfügung stehen. Diese Chance wollen wir im Interesse der Menschen
    und der Gewerbetreibenden in Lichtenrade nutzen.

Die CDU fordert daher:

  • Die Umgestaltung der Bahnhofstraße muss sich an den Bedürfnissen der Menschen und Gewerbetreibenden orientieren. Interessengegensätze müssen in Einklang gebracht, nicht aber gegeneinander ausgespielt oder gar übergangen werden.
    Die Investitionsmittel sind effektiv und mit nachhaltigem Nutzen für alle Lichtenrader einzusetzen.

  • In die Planungen sind die Lichtenrader Bürger und lokalen Akteure, die Vereine, Bürgerinitiativen und die Vertretungen der Gewerbetreibenden umfassend einzubeziehen. Die Planungsprozesse sind für die Beteiligten transparent und überschaubar zu gestalten. Bürgerbeteiligung muss ernst gemeint sein und darf sich nicht in Alibi-Veranstaltungen
    erschöpfen.

  • Der Einzelhandel, die Arztpraxen und die anderen Gewerbetreibenden dürfen durch die Umgestaltung der Bahnhofstraße nicht in ihrer wirtschaftlichen Existenz gefährdet werden. Die bisherige Anzahl von Parkplätzen darf daher nicht reduziert werden, eher bedarf es eines stadtverträglichen Ausbaus. So gewinnt die Bahnhofstraße - auch überregional für Kunden aus Brandenburg - an Attraktivität.

  • Die Aufenthaltsqualität der Bahnhofstraße muss verbessert werden. Dazu muss es mehr gepflegtes Grün und Orte des Verweilens und der Kommunikation geben.

  • Die alte Mälzerei muss endlich wiederbelebt werden. Wir treten für ein Nutzungskonzept ein, das Kultur, Wirtschaft und Freizeit miteinander verbindet. In die Nutzungsüberlegungen sind auch die Bibliothek, das Bürgeramt und der PfarrerLütkehaus-Platz einzubeziehen. Wir treten dafür ein, dass diese unbedingt erhalten bleiben.

  • Wir wenden uns entschieden gegen Überlegungen, das Gemeinschaftshaus als Bürogebäude zu nutzen. Wir wollen, dass das Gemeinschaftshaus als kulturelles und gesellschaftliches Herz Lichtenrades fortbesteht und langfristig als Veranstaltungs- und Kommunikationszentrum für alle Bürgerinnen und Bürger erhalten bleibt.

  • Die zentralen Verkehrsadern durch Lichtenrade, der Kirchhainer und der Lichtenrader Damm, müssen entlastet werden. Der autobahnähnliche Ausbau der B96 in Brandenburg, die wachsenden Einwohnerzahlen in den Umlandgemeinden und die damit verbundene Zunahme des Pendlerverkehrs sorgen für erheblichen Verkehr und entsprechenden Lärm auf der B96. Wir wollen erreichen, dass weniger Pendler mit dem PKW unterwegs sind und setzen uns daher für engere Taktzeiten der S-Bahn aus Blankenfelde und große Park-&-Ride-Standorte an den S-Bahnhöfen Mahlow und Blankenfelde ein. Es bedarf eines integrierten Verkehrskonzeptes zwischen Berlin und Brandenburg, das die Pendlerströme besser steuert und mittelfristig zu einer Reduzierung des PKW-Pendlerverkehrs führt.

  • Die Anbindung Lichtenrades an den ÖPNV soll ausgebaut werden. Im Ortsteil Lichtenrade wächst in den nächsten Jahren die Bevölkerungszahl, auch gibt es vermehrt ältere Menschen. Wir setzen uns daher dafür ein, das bisherige öffentliche
    Nahverkehrsangebot auszubauen und insbesondere die Angebote der Buslinien 175, 172 und 275 zu verbessern.

  • Die in den Großsiedlungen im Bereich Nahariyastraße und John-Locke-Straße anstehenden Sanierungen sollen sozialverträglich erfolgen. Dafür wollen wir einen Runden Tisch zwischen Mietern und den verschiedenen städtischen
    Wohnungsgesellschaften initiieren. Soziale Härten müssen abgefedert werden.

  • Wir wollen das Gebiet um den Dorfteich unter dem Motto: „Neues Leben im alten Dorfkern“ mit hoher Attraktivität für alle Bürger weiterentwickeln. Dazu gehört, dass das Bezirksamt mehr finanzielle Mittel für die Reinigung des Dorfteiches und der Uferpromenade bereitstellt. Das Ordnungsamt soll konsequent gegen Dreck, Lärm und Müll vorgehen.

  • Die Menschen sollen sich im öffentlichen Raum sicher fühlen können. Wir setzen unsdaher dafür ein, dass Straßen, Wege und Plätze wie etwa der Spielplatz des Ekensunder Platzes entlang der Barnetstraße hell beleuchtet sind.

  • Das vielfältige kulturelle Angebot soll gestärkt und ausgebaut werden. Dazu gehört:

  • Chancen gemeinsamer Musik- und Kulturveranstaltungen mit Brandenburg ausloten;

  • das alte Pumpwerk in der John-Locke-Straße zu einer Einrichtung für betreutes Wohnen in Kombination mit Werkstätten zu ertüchtigen;

  • Alt-Lichtenrade und das Gebiet um den Dorfteich durch geeignete Veranstaltungen weiter zu beleben.

  • Der Volkspark Lichtenrade soll sein gepflegtes Erscheinungsbild behalten. Das jahrzehntelange Engagement der Bürgerinitiative ist vorbildlich und muss weiter unterstützt werden.

  • Der Verkehr in Lichtenrade muss sicherer werden. Gerade Schulkinder und die vielen älteren Menschen müssen gefahrlos die Straßen überqueren können. Wir verfolgen daher weiter das Ziel, einen Fußgängerüberweg in der Barnetstraße Höhe Nuthestraße/Simpsonweg zu schaffen. Auch die Verkehrssituation am Töpchiner Weg muss auf eine solche Notwendigkeit überprüft werden.