Die Lichtenrader Postagentur (1893 bis 1904) ist aktuell in einem beklagenswerten Zustand. Obwohl das Gebäude, welches der Schneidermeister Carl Schulze um 1840 in Alt-Lichtenrade errichten ließ, unter Denkmalschutz steht.

Im Stadtentwicklungsausschuss wurde berichtet, dass das Gebäude sich inzwischen im Besitz einer Firma in Großbritannien befindet, scheinbar zu Spekulationszwecken:

"Bereits zum Zeitpunkt der Aufnahme in die Denkmalliste im Jahre 1995 zeigte das Gebäude, das offensichtlich längere Zeit nicht genutzt worden und ungesichert war, Verfallserscheinungen, wie ein Kurzgutachten zur Denkmalsubstanz im Jahre 1996 befand. Seinerzeit wurde eigentümerseitig ein Abriss mit anschließender Neubebauung erstellt und ließ erwartungsgemäß einen deutlichen wirtschaftlichen Vorteil für die Neubebauung erkennen. Dennoch wurde - ohne dass es zu förmlichen Antragsverfahren kam - seitens der Denkmalschutzbehörden an einem Erhalt festgehalten.

Im Jahre 2012 fanden erneut Abstimmungen zwischen Landesdenkmalamt (LDA), Unterer Denkmalschutzbehörde (UD) und dem Eigentümer statt, der seinerzeit bereit schien, Maßnahmen, ggf. mit finanzieller Unterstützung des Landesdenkmalamtes, durchzuführen. Leider erfolgte dies nicht, sondern das Gebäude wurde kurz danach an eine Gesellschaft mit Sitz in Großbritannien veräußert. Mehrfache Versuche der Kontaktaufnahme scheiterten.

Parallel wurde geprüft, ob und inwieweit Zwangsmaßnahmen zur Sicherung des Gebäudes möglich seien. Da jedoch der Aufwand erkennbar sehr hoch sein würde, wurde aus Gründen der personellen und finanziellen Ressourcen davon zunächst abgesehen; das LDA wurde im Jahre 2016 gebeten, vorsorglich erneut den Denkmalwert angesichts des aktuellen Zustands des Gebäudes zu bewerten. Diese Bewertung steht trotz Erinnerung, zuletzt anlässlich der Thematisierung in der Ausschusssitzung am 12.6.2019, weiterhin aus."

In Zeiten von Flächenmangel in Berlin können wir ungenutzte Objekte wie die historische Lichtenrader Postagentur nicht dulden. - Patrick Liesener

Patrick Liesener brachte deshalb einen Antrag in die Bezirksverordnetenversammlung ein, der das Bezirksamt ersucht, Maßnahmen zu ergreifen, damit Lichtenrader Postagentur vor dem Verfall gerettet wird.

Außerdem soll geprüft werden, wie das Gebäude und das Grundstück genutzt werden können, falls eine Rettung des Gebäudes nicht möglich ist.

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